scheinbar still, Glas, mundgeblasen,Kunst am Wasser, Bern, 2010

 

scheinbar still

Adriana Stadlers Rauminstallationen sind von einfachen, reduzierten Formen und Bildern geprägt. Ihre Arbeiten sind immer auf den Ort und die vorgefundene Situation bezogen. Sie reagiert auf das Gegebene, akzentuiert und verdichtet es. Es ist ihr wichtig Beziehungen aufzuzeigen und Verbindungen zu schaffen: Das Sichtbare mit dem Gedachten, das Reale mit der Vorstellung, die Oberfläche mit dem Raum - Sinne und Intelekt. Die imposante Eiche steht am Damm, unmittelbar an der Aare. Sie überschattet den Spazierweg. Fast unsichtbare Gebilde hängen in ihren Ästen - wie Gedanken? Eine Andeutung von Früchten? Strotzt der Baum vor Saft? Sind es übergrosse Tau- oder Wassertropfen? Das Wasser der Aare sogar? Blubbert es im Baum ? Die Glasobjekte spiegeln die Umgebung tausendfach. In der optischen Wirkung der Rundung, sind die Ringe erstarrt, die sich auf der Wasseroberfläche ausbreiteten, wenn der Stein schon versunken ist. Wie im Filmstill, ein festgehaltener Moment - doch das Wasser der Aare rauscht unablässig weiter und die Blätter rascheln leise. Die grosszügige Inszenierung der Natur wird in der Ueberzeichnung und Verdichtung zitiert. Natur wird durch Natur ergänzt. Eine Verschiebung mit grosser Wirkung.