Schnittmenge

oben: günstiger Wind, Acryl auf Holz,130 x 100 cm

unten: schöne Tage

 

Die Bilder lebendig halten

Schablonen und Scherenschnittfolien: Adriana Stadler verwendet für ihre Malerei Hilfsmittel, wie sie die Technik des Reproduktionsdrucks kennt. Sie füllt Flächen und Formen mit Ornamentmustern aus sich überlagernden und überschneidenden Kreisen, setzt Raster aus Dreiecken, Rauten, Parallelogrammen. Hell-Dunkel-Kontraste aus Blau und Orange, aus Gelb und Braun lassen die Ornamente hervortreten. Unregelmässigkeiten der aus freier Hand geschnittenen Folien, kleine Verschiebungen bei mehrfachen Farbschichten durchbrechen die starre Regel und machen das Verfahren in der Abweichung sichtbar.

Die Konturform eines Hauses, die Schemen eines Fuchses oder einer eingetopften Blütenpflanze, der Umriss einer Vase, angefüllt mit einem mehrfach verschobenen Kreismuster, darüber der Schattenriss eines Gesträuchs, das skizzenhafte Bild eines Zierfisches zeigen die neuen Bilder von Adriana Stadler in lichten, kontrastreich leuchtenden Farben. Es sind keine wirklichkeitsnahen Bilder. Es sind Assemblagen von Wirklichkeitselementen, oft belastet von Klischeevorstellungen und selbst als Klischee verwendet, als Bildmuster, das nicht das Bild selber gibt, sondern die Vorstellung und die Erinnerung an oft Gesehenes. Bilder, das wird hier deutlich, haben ihre eigene Wirklichkeit. Sie sind Einladungen an die Wahrnehmung, Aufforderungen, das Vorstellungsvermögen in Gang zu setzen.